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Wir schreiben das Jahr MMIX a. D. und es ist jetzt genau
Pax vobiscum , seid gegrüßt Wanderer, willkommen in der Komthurey des Templerordens zu Usedom.
Mein Name ist Berthold von Krukow. Ich bin Ritter des Templerordens und Komthur.
Wir schreiben das Jahr 1290 a.D.. Im Auftrag des Ordens der Armen Ritter Christi vom Tempel des Salomon zu Jerusalem oder kurz dem Templerorden wurde ich in die entlegenste Provinz geschickt, die man sich vorstellen kann.
Weit oben im Norden am Strande des Baltischen Meeres soll ich eine Niederlassung des Ordens verwalten. Dieser Flecken Erde wurde den Tempelherren vom Landesherren Herzog Barnim I. als Schenkung vermacht. Meine Aufgabe ist es nun dieses Land im Namen und zum Wohle des Ordens zu bewirtschaften.
Die Einheimischen sind Untertanen dieses Herzog Barnim I. Sie sind bereits 1128 vom Bischoff Otto von Bamberg zum Christentum bekehrt worden, doch hängen noch viele von ihnen ihrem alten Glauben an. Herzog Barnim I. hingegen fürchtet, daß die Brandenburger noch weiter in sein Land eindringen könnten und um dem einen Riegel vorzuschieben, tritt er das Land, welches er nicht selbst unter seiner Kontrolle halten kann den geistlichen Ritterorden ab. So kam der Templerorden zu der Aufgabe als Puffer zwischen den streitenden Parteien der Pommern und der Brandenburger zu fungieren.
Meine Aufgabe soll es jedoch nicht sein die Heiden zu bekehren, darum mag sich das Mönchsvolk aus dem nahegelegenen Kloster kümmern.
Ich werde hingegen versuchen unter den getreuen Christenmenschen, die es hier durchaus schon gibt, seit 1128 der Bischoff Otto von Bamberg die Pommernfürsten dazu brachte, sich zum Christentum zu bekennen, wackere Streiter für den Orden zu rekrutieren und arbeitendes Volk auf der Komthurey zu beschäftigen.
Dabei muß ich jedoch behutsam vorgehen, soll es mir nicht so ergehen, wie dereinst dem Fürsten Wartislaw I. der 1128 als erster Fürst der Slaven zum Christentum konvertierte und dafür einen Dolch zwischen die Rippen bekam - von seinen eigenen Leuten.
So könnte sich die Geschichte eines Tempelritters lesen, der seinerzeit von seinem Großmeister den Auftrag bekam, ein Stück Land, das den Orden in seiner Blütezeit reichlich zufloß, zu verwalten.
Heute schreiben wir das Jahr 2008 und es sind schon700 Jahre vergangen, seit der Orden der Tempelritter in Frankreich vom König Phillip IV. zerschlagen wurde.
Das Interesse am Templerorden hingegen konnte Phillip nicht auslöschen. Zuviele Mythen und Legenden ranken sich um diese geheimnisvolle Gruppe auserlesener Ritter, deren Existenz 1119 oder 1120 begann, als sich 9 Ritter in Jerusalem zusammenfanden, um eine Militz zu gründen, die es sich zur Aufgabe machte, die Pilgerer im Heiligen Land zu beschützen.
Sie schworen sich Armut, Keuschheit und Gehorsam und lebten in der mönchischen Abgeschiedenheit nach dem Vorbild der Zisterzienser. Sie vereinten in sich die ritterlichen sowie die mönchischen Tugenden und waren so die ersten Mönchskrieger oder Kriegermönche des Mittelalters in der damals bekannten Welt.
Nach der Anerkennung des Ordens durch den Papst 1129 folgten bald weitere Orden dem Vorbild der Templer nach. Zu den bedeutensten gehören die Hospitaliter und der Deutsche Orden. Aber auch die Ritter vom Orden des Lazarus sind nicht zu vergessen. Während die anderen Orden jedoch zunächst rein caritative Aufgaben hatten, war der Templerorden von Anbeginn seiner Gründung in erster Linie ein militärischer Orden.
Der erste Großmeister des Ordens war der Graf Hugo de Payens, der aus der Champanie stammte und als junger Ritter am ersten Kreuzzug 1099 teilgenommen hatte. Während die meisten Kreuzfahrer nach der Eroberung der heiligen Stätten jedoch nichts eiligeres zu tun hatten als wieder in ihre Heimat zurückzukehren und möglichst viel Beute mitzunehmen, kehrte Hugo de Payens nach einem kurzen Aufenthalt in Frankreich wieder zurück in das Heilige Land und brachte noch einige Getreue mit, mit denen er die Militia Christi gründete, wie der Orden zunächst hieß.
Der König von Jerusalem, Balduin II. war den Rittern für ihre Bereitschaft die Pilgerwege zu sichern so dankbar, daß er ihnen einen Teil seines Palastes als Quartier anbot. Dieser Teil des Palastes soll der alte Tempel des Salomon gewesen sein und so nannten sich die Ritter dann schließlich die Armen Ritter Christi vom Tempel des Salomon zu Jerusalem oder kurz - die Tempelritter.
Der Teil des Palastes, der den Templern bis 1187 als Hauptsitz diente, ist heute die Al Aksa-Moschee.
Da ich immer noch Mitstreiter für die Templer Komthurey suche, habe ich hier eine Rekrutierungsstelle eingerichtet, wo sich Interessenten bei mir melden können.
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