Die Templer

Der Orden der Tempelritter war der erste geistliche Ritterorden der Christenheit. Er wurde in Jerusalem um das Jahr 1120 herum gegründet. Graf Hugo de Payens soll acht weitere Ritter um sich vereint haben, mit dem Ziel die Pilgerwege im Heiligen Land zu sichern und die Pilgerer vor Überfällen durch marodierende Banden und Einheiten der Seldschucken zu beschützen.

Ein schier unerfüllbare Aufgabe für nur neun Ritter, selbst eingedenk der Tatsache, daß jeder von ihnen einkleines Gefolge aus Söldnern und Knappen mit in den Orden einbrachte.

Bis zu diesem Zeitpunkt gab es bereits mehrere anderer Orden in Jerusalem und anderen Staaten im heiligen Land. Diese Orden, wie etwa die Hospitaliter , erfüllten jedoch rein caritative Aufgaben und betrieben Hospitäler und Unterkünfte für die Pilgerer. Erst später unter dem Eindruck des stärker werdenden Templerordens organisierten sich diese Orden neu und nahmen zunehmend auch militärische Aufgaben wahr.

Der Templerorden war von vorn herein ein militärischer Orden, der auch Krankenstationen und Unterkünfte zur Betreuung der Pilger und der eigenen Angehörigen unterhielt, falls diese erkranken sollten oder im Kampf verwundet wurden.

Das Besondere am Templerorden und das Neue war die Synthese aus mönchischer Lebensweise in Armut, Gehorsam und Keuschheit und dem kriegerischen Aspekt des Rittertums. Bis dahin gab es keine Mönche, die mit Schwert und Lanze loszogen, um zu kämpfen und auch zu töten, wo es notwendig war.

So war dieser Orden von Anfang an vor allem von Seiten der Kirche eher mit Argwohn betrachtet worden. Es steht explizit in der Bibel: "Du sollst nicht morden!" und kein Kreuzritter konnte sich auf die Bibel berufen, wenn er tötete. Es war auch nicht Gottes Wille. Es war die Entscheidung eines jeden Menschen, der in dasHeilige Land zog, um dort den Glauben zu verteidigen.

Aber einem Freund des Grafen Hugo de Payens, dem Zisterzienser Mönch Berhard de Clairevaux gelang der Spagat dieser Synthese. Er war maßgeblich an der Ausarbeitung der anfänglich 72 Regeln des Templerordens beteiligt und verfaßte seine Schrift zum Lob der Neuen Ritterschaft, die diesen scheinbar unvereinbaren Widerspruch überwandt.

Mit der Anerkennung dieser Regeln durch die päpstlichen Legaten auf dem Konzil von Troyes 1129 wurde der Orden der Tempelritter offiziell zu einem geistlichen Orden von Kriegermönchen oder Mönchskrieger.

Hugo de Payens und seine Ordensbrüder bereisten anschließend Europa, um weitere Ritter zu rekrutieren und um Spenden für den Orden zu bitten. Beides strömte dem Orden reichlich zu und der Orden gewann innerhalb kürzester Zeit an Macht und Einfluß in Europa.

Es gab Niederlassungen in Frankreich, Spanien, Portugal, England, Schottland, Irland, Deutschland, Tschechien, Ungarn und Polen (nach dem Verlauf der heutigen Ländergrenzen betrachtet).

Auch im Heiligen Land besaß der Orden nach kurzer Zeit mehrere Befestigungsanlagen entlang der Küste und im Landesinnren an den Pilgerwegen.

Anfangs trugen die Ritter ihr gewohntes Habit (Waffenrock) doch bald schon sollte der weiße Waffenrock und der weiße Mantel ein Markenzeichen dieses Ordens werden. Das charakteristische rote Tatzenkreuz bekamen die Templer jedoch erst 1147 vom Papst als Zeichen ihrer Teilnahme am zweiten Kreuzzug zugestanden. Von nun an war dies das Zeichen des Schreckens für die Feinde und das Zeichen der Hoffnung für alle Pilgerer im Heiligen Land.

Ein Teil des Ordens entwickelte sich relativ separat vom Hauptteil im Heiligen Land. In Spanien und Portugal war der Orden maßgeblich an der Reconquista, der Rückeroberung von dem Muslimen beteiligt. Hier fand der Kreuzzug auf europäischem Boden statt.

Zeittafel             Großmeister           Zeitgeschehen

1120 –1137 1. Hugo de Payens

1118 Gründung des Ordens

1129 Concil von Troyes Bestätigung der Regeln des Ordens durch den Papst und damit  Anerkennung des Ordens

1133 der deutsche König Lothar III. wird zum Kaiser gekrönt 

1137 – 1149 2. Robert de Craon

2. Kreuzzug 1147 bis 1149 endet mit einer Niederlage vor Damaskus

1138Konrad III. wird erster Stauferkönig 

1149 – 1152 3. Evrard de Barres

Blütezeit des Schaffens von Hildegard von Bingen (1089 – 1179)

Die Kreuzfahrer bringen die schwarzen Ratten nach Europa, deren Flöhe Überträger der Pest sind

1152 – 1153 4. Bernard de Trémelay

Friedrich I. Barbarossa wird deutscher König

1153 –1156 5. André de Montbard

1154 Die Seldschucken erobern unter Nur Ad Din Damaskus 

1156 Östereich und Bayern werden getrennt

1156 – 1169 6. Bertrand de Blanchefort

1168 Dänenkönig Waldemar I. erobert Rügen von den heidnischen Wenden Heinrich der Löwe heiratet die englisache Königstochter Mathilde

1169 – 1171 7. Philippe de Naplopus

1171 – 1180 8. Odon de Saint Amand

1176 Saladin steht mit seinen Truppen vor Jerusalem und Askalon 

1179 Belegung mit der Acht für Heinrich den Löwen durch Kaiser Barbarossa, weil er diesem die lehnstreue verweigert

1180 – 1185 9. Arnaud de Toroge

Erstmals wird im Abendland die schwimmende Magnetnadel zur Bestimmung der Himmelsrichtung beschrieben

1185 –1191 10. Gerard de Ridefort

1187 Niederlage in der Schlacht bei Hattin.  Saladin erobert Jerusalem

Beginn des 3. Kreuzzuges 1189 - 1192  unter der maßgeblichen Fühung von König Richard I. Löwenherz

1189 Richard Löwenherz auf Englands Thron

 Barbarossa stirbt beim Baden im Fluß Saleph auf dem Weg ins Heilige Land um am 3. Kreuzzug teilzunehmen. Er wird in Thyrus bestattet. 

1191 – 1194 11. Robert de Sablé

Der 3. Kreuzzug endet mit einem Waffenstillstand, Saladin gewährt den Christen freien Zugang zu den heiligen Stätten.

1193 Saladin stirbt

Richard Löwenherz wird bei seiner Rückkehr vom Kreuzzug gefangengenommen und auf Burg Dürnnstein festgesetzt

1194 – 1201 12. Gilbert Erail

Nach 2 Jahren Haft und der Zahlung von 100.000 Silbermark kommt Richard Löwenherz wieder frei, 1199 stirbt er 42-jährig an den Folgen einer Verletzung durch einen feindlichen Armbrustbolzen

1201 – 1210 13. Philippe de Plessin

4. Kreuzzug auf Betreiben Papst Innozenz´III. er endet mit der „Eroberung“ Konstantinopels. Die Tempelritter beteiligen sich nicht an der Plünderung der Stadt und können eine wertvolle Reliquie retten, Das Leichentuch Jesu

1210 – 1219 14. 1209 Kreuzzug gegen die Albigenenser an dem sich der Templerorden nicht beteiligt haben soll, Guilliaume de Chatres

1213 Der Kinderkreuzzug scheitert

1219 – 1232 15. Pierre de Montaigu

1229 5. Kreuzzug unter Friedrich II. ohne die Teilnahme der Templer, denen vom Papst die Teilnahme verboten wurde, da Friedrich zuvor exkommuniziert worden war, der Kreuzzug verläuft unblutig und endet damit, dass sich Friedrich selbst zum König von Jerusalem krönt

1228 – 1229 Friedrich II. wird Kaiser

22.11.1220 Walter von der Vogelweide widmet Friedrich II. sein erstes Kreuzzuglied  Das Palästinalied

1232 –1244 16. Armand de Périgord

Elisabeth von Thüringen (1207 – 1235) gilt als die größte Wohltäterin des Mittelalters. sie wurde nur 2 Jahre nach ihrem Tod 1237 heilig gesprochen

1241 Die Mongolen besiegen unter Batu Khan das vereinte Heer der deutschen und polnischen Ritter bei Liegnitz, auch Templer aus den Niederlassungen im Abendland sind an der Schlacht beteiligt, z.B. aus der Komthurey Liezen bei Berlin

1244 –1247 17. Richard de Bures

1244 Das staufische Königreich von Jerusalem wird von den Türken im Auftrag ägyptischer Ajjubiden erobert 

Friedrich II. wird zum Kirchenfeind erklärt

1247 –1256 18. Guilliaume de Sonnac

1254 endet die Stauferära in Deutschland mit dem Tod Konrad IV.

1256 Die Mongolen vernichten den islamischen Geheimbund der Assassinen 

1256 –1268 19. Renaud de Vichiers

1257 Ritter Ulrich von Lichtenstein schreibt sein « Frauenbuch » und beklagt den Verfall der höfischen Sitten 

1268 –1274 20. Thomas Berard

1268 wird Konradin Sohn von Konrad IV. und letzter Nachkomme der Staufer in Neapel des Verrats angeklagt und enthauptet

1270 scheitert der 7. Kreuzzug unter dem französichen König Ludwig IX. 

1274 –1291 21. Guilliaume de Beaujeu (stirb bei der Verteidigung von Akkon) Mit Akkon verlieren 1291 die Templer ihre letzte Bastion im heiligen Land, sie gehen nach Zypern, der Deutsch Orden verlegt seinen Hauptsitz zunächst nach Venedig

1282 schließen sich deutsche Kaufleute zur Hanse zusammen1285 Philipp IV. wird König von Frankreich

1291 – 1292 22. Thibaud Gaudin wird in Akkon ohne das erforderliche Großkapitel des Templerordens zum Großmeister ernannt, daher wird er von einigen Geschichtsschreibern nicht als Großmeister anerkannt.

1291 wird mit dem Rütlischwur die Grundlage für die Schweizer Eidgenossenschaft gelegt

1292 –1312 23. Jacque de Molay (verbrannt als Ketzer 1314 in Paris)

13.10.1307 in einer großangelegten Aktion werden die Templer in allen Niederlassungen in Frankreich gleichzeitig verhaftet, eingekerkert und

1312 wird der Orden von Papst Clemens V. offiziell aufgelöst, hiermit endet die offizielle Ära des Templerordens. In Schottland wird der päpstliche Edikt jedoch nicht umgesetzt, die Templer bleiben ungeschoren, auch in Deutschland, Polen und Tschechien werden die Brüder nicht verfolgt. In Portugal benennt sich der Orden quasi nur um in "Christusorden" untersteht fortan dem König und macht ungehindert weiter. Ähnlich in Spanien, wo der Orden ein wichtiger Faktor bei der Reconquista ist, auf dessen Stärke man nicht verzichten kann.

18. März 1314 Der letzte Großmeister des Ordens Jacques de Molay und der Präzeptor der Normandie  Goeffrey de Charney widerrufen ihre unter der Folter gemachten Aussagen und sterben als rückfällige Ketzer auf der Ile de Cité, einer kleinen Seine-Insel auf Befehl König Phillip IV. auf dem Scheiterhaufen. In der Minute des Todes verflucht Jacques de Molay den König und auch den Papst und prophezeit beiden, daß sie noch vor Jahresfrist vor dem Thron Gottes gerufen werden. Papst Clemens V. stirbt unter ungeklärten Umständen einen Monat später. König Phillip kommt im November 1314 offiziell bei einem Jagdunfall ums Leben. Der Fluch Molays erstreckte sich bis ins 16. Glied des Königsgeschlechts.

24.6.1314 das schottische Heer unter Robert I. Bruce schlägt das englische Heer unter Eduard II. bei Bannockbrun. Vor der Schlacht präparierten die Schotten das Gelände mit unzähligen Gräben in denen die schwere englische Reiterei zu Fall kam und dann von den Schotten niedergemacht wird. Der Legende nach sollen plötzlich frische Ritter in der Flanke der Engländer aufgetaucht sein und diese angegriffen haben. Diese Ritter trugen als Standarte das Beauseant voran - die Kriegsfahne des Templerordens.

Diese trockenen Zahlen und Fakten sollen lediglich einen Überblick über die Zeit und die Zusammenhänge in den 200 Jahren des Bestehens des Templerordens geben.

Die Symbole des Templerordens

Das wohl markanteste Symbol des Ordens der Armen Ritter Christi vom Salomonischen Tempel zu Jerusalem war unumstritten der weiße Mantel mit dem blutroten Tatzenkreuz auf der linken Schulter, über dem Herzen. Weiß stand hierbei für die Reinheit des Trägers, der sich von seinem sündhaften, weltlichen Leben verabschiedet hatte und das rote Tatzenkreuz für das Leiden und Blut Christi.

Es gibt noch viele verschiedene Deutungsversuche für das Tatzenkreuz - die vier Weltenden oder Himmelsrichtungen, die vier Elemente (Feuer, Wasser, Erde und Luft), die sich in einem fünften Element (dem Geist) im Kreuz vereinigen.

Das Tatzenkreuz wandelte sich in den 200 Jahren des Bestehens des Ordens mehrmals und hatte auch regional verschiedene Ausprägungen. Typisch war, daß alle vier Schenkel des Kreuzes gleich lang waren. Mal war das Kreuz mit geraden Abschlüssen, so daß es in ein Quadrat paßte, mal mit abgerundeten Abschlüssen, so daß es in einen Kreis paßte. Eine besondere Form war das so genannte gegabelte Tatzenkreuz. Es soll vor allem in den Anfängen des Ordens gebräuchlich gewesen sein, genaueres ist jedoch nicht überliefert, da zeitgenössische Darstellungen kaum existieren oder dann sehr stilistisch sind. Die meisten Darstellungen von Templer mit ihrem markanten roten Tatzenkreuz stammen aus den Jahrhunderten nach der Auflösung des Ordens und ließ der Begriff Tatzenkreuz dem Zeitgeist und der Phantasie der Künstler sehr viel Spielraum. 

Ein weiteres Symbol der Templer, daß für Spekulationen sorgte und nicht unumstritten war und ist, ist das Siegel des Ordens. Es zeigt zwei Ritter auf einem Pferd.

Soll dieses Symbol die Brüderlichkeit der Ritter symbolisieren? Bedeutet es, daß kein Ritter den anderen im Stich lassen würde? Daß er jederzeit sein Pferd mit ihm zu teilen würde?

Laut Ordensregel hatte jeder Ritter Anspruch auf drei Pferde. Aber diese Pferde gehörten ihm nicht, sie waren Besitz des Ordens und wurden den Rittern vom Marschall zugeteilt. Sollte es ein Symbol für die Armut der Ritter sein?

Das erschreckenste Symbol des Templerordens war aber zweifellos ihre Kriegsflagge - das Beauceant.

Leider ist nur eines mit Sicherheit überliefert, daß es sich dabei um ein schwarz-weißes Banner handelte. Wie es genau aussah, ist nicht überliefert und könnte ebenso wie das Tatzenkreuz im Laufe der Zeit einer Wandlung unterlegen haben oder es variierte ebenso von Region zu Region.

Das Beauseant wurde vom Marschall aufbewahrt. Wenn es in die Schlacht ging bestimmte der Marschall einen Bannerherren, der das Banner in der Schlacht führen sollte. Außerdem teilte er ihm zehn Ritter zu, deren Aufgabe darin bestand das Banner zu beschützen. Dem Bannerherrn war es bei Strafe verboten ohne ausdrücklichen Befehl des Marschalls das Banner zu senken, selbst dann nicht, wenn er es als Waffe benützen könnte.

Das Beauseant war das wichtigste Kommunikationsmittel der Truppe. Es führte die Ritter in die Schlacht und um das Banner herum versammelte man sich zur Verteidigung. Verirrte sich ein Ritter im Schlachtgetümmel, konnte er sich danach orientieren, um zu seiner Truppe zurückzufinden. Dahin wohin das Banner strebte war auch das Streben der Ritter. Eine ausgefeilte Kommunikation mittels Trompetensignalen, wie es sie bei späteren Kavallerieregimentern gab oder gar eine Funkkommunikation mit Headset in jedem Helm war noch nicht erfunden. Woher sollte also der Einzelne wissen, wohin sich die Schlacht bewegte außer an diesem Orientierungspunkt. Wer das in etwa abschätzen kann, wird auch die drakonischen Strafmaßnahmen für den Bannerherrn verstehen, wenn dieser versagte, denn davon konnte der Ausgang der Schlacht abhängen.

Für den Fall, daß das Banner vom Feind niedergestreckt wurde, hatte der Marschall ein weiteres Banner um seine Lanze gerollt, das er jederzeit entfalten konnte. Der Verlust des Banners zeigte die Niederlage der eigenen Truppe an. Das Banner war daher auch immer der Angriffsschwerpunkt des Feindes - daher die zehn Ritter, die nur die Aufgabe hatten das Banner und den Bannerherrn mit ihrem Leben zu beschützen. Trotzdem war der Posten des Bannerherrn immer ein Himmelfahrtskommando. Nur die erfahrensten Ritter oder Sergeanten wurden von Marschall dafür bestimmt.

Ging die Schlacht verloren und beide Banner waren in die Hand des Feindes geraten, gab es einen besonderen Befehl wie sich jeder Ritter, Sergeant und Knappe zu verhalten hatte. Laut Ordensregeln hatte jeder Ritter des Templerordens dann die Aufgabe sich zu den anderen Orden durchzuschlagen, bei ihnen zu kämpfen und nach dem Ende der Schlacht zu seiner Niederlassung oder Burg zurückzukehren. Die Templer sollten sich in diesem Fall bevorzugt zu den Hospitalitern durchschlagen, obwohl eine traditionelle Feindschaft zwischen beiden Orden bestand, die gelegentlich auch dazu führte, daß man gegeneinander in´s Feld zog. Das Verhältnis zum Deutschen Orden war noch weit mehr getrübt, maßten sich doch dessen Mitglieder an einen ebenso weißen Mantel als Zeichen zu führen wie der Templerorden. Als Unterscheidungsmerkmal trugen die Ritter des DO ein schwarzes Kreuz auf dem Mantel.

Auch über die Bedeutung des Beauseants gibt es Uneinigkeit. Viele interpretieren das Banner so: Weiß steht für den frommen (mönchischen) Teil, schwarz für den kriegerischen. Weiß: lammfromm und reinen Herzen gegenüber den Christen, schwarz: vernichtend gegenüber den Feinden.

Es kann aber auch sein, daß damit die beiden Anteile des Ordens dargestellt wurden, denn es gab neben den Rittern, die sich auf Lebenszeit dem Orden verschrieben hatten, viele Gastritter und noch mehr dienende Brüder, die für den Orden kämpften und arbeiteten aber keinen weißen Mantel tragen durften, weil sie nicht von Adel waren und so keine vollwertigen Ritter werden konnten. Diese Dienenden Brüder (Sergeanten) trugen schwarze Mäntel und ein schwarzes Habit mit roten Kreuzen. Sie stellten die überwiegende Mehrheit des Ordens. Es gibt Schätzungen, daß auf einen Ordensritter zwischen 50 bis 100 Dienende Brüder kamen.

Die Struktur des Ordens

 Jacque de Molay

Der letzte Großmeister der Templer

Der Großmeister (Prior)

Der Großmeister des Ordens wurde vom Kapitel (der Vollversammlung) des Ordens gewählt. Die Wahl erfolgte auf Lebenszeit - was angesichts der Tatsache, daß der Großmeister auch an den Kämpfen und Schlachten teilnahm, recht kurz sein konnte. Er war der uneingeschränkte Herrscher und sein Wort war Gesetz. Auch die Ordensregeln wurden von ihm ausgelegt. Nur in wichtigen Fragen war er dem Rat, dem Konvent, Kapitel untergeordnet. So bestimmte nicht zuletzt die Persönlichkeit des Großmeisters über die Geschicke des Ordens.

Evrard de Barres wurde für seine Verdienste im 2. Kreuzzug zum 3. Großmeister des Ordens gewählt. Nach nur zwei Jahren legte er das Amt wieder nieder, weil ihn die Intrigen, in die der Orden verwickelt wurden derart störten, daß sie nicht mit seinen Idealen vom Orden übereinstimmten. Er ging in das Kloster Claireveaux und lebte dort noch über 20 Jahre in Frieden und Zurückgezogenheit.

Gerard de Richeford, der 10. Großmeister, nutzte den Orden für seine persönlichen Machenschaften aus und lancierte den unfähigen Gecken Guy de Luysinang auf den Königsthron von Jerusalem, nachdem Balduin IV an Lepra verstorben war. Ihm ist auch die verheerende Niederlage bei der Schlacht von Hattin (1184) anzulasten, da er es war, der den König dazu bewog die sicheren Mauer Jerusalems zu verlassen und nach Tiberias zu ziehen, um Saladin in einer offenen Feldschlacht gegenüberzutreten. Die Niederlage bei Hattin besiegelte auch den Verlust Jerusalems. Damit hatte der Orden erstmals seit seiner Gründung sein Hauptquartier verloren und mußte nun auf andere Burgen ausweichen. Als der Großmeister bei dieser Schlacht in Gefangenschaft geriet, befahl er entgegen der Ordensregeln, ausgelöst zu werden. Als Auslöse mußte der Orden mehrere Burgen kampflos an Saladin übergeben.  Trotz dieses Regelverstoßes blieb er weiterhin Großmeister und führte den Orden weiterhin in sinnlose Schlachten und Scharmützel. die dazu führten, daß der Orden fast völlig aufgerieben wurde. Nach dem Tod Richefords bei der Schlacht um Akkon war der Orden nahezu verschwunden und mußte sich erst wieder neu formieren durch Neurekrutierungen aus den europäischen Komthureyen. Es sollte ein Jahr vergehen, bis ein neuer Großmeister gewählt werden konnte.

Jacque de Molay war der letzte Großmeister des Ordens, nachdem die beiden vorherigen Großmeister bei der Verteidigung Akkons um´s Leben gekommen waren. Molay versuchte den Kreuzzugsgedanken im Orden am Leben zu erhalten und wollte nicht einsehen, daß das Heilige Land für immer an die Muslime verloren sein sollte. Ein Versuch der Rückeroberung scheiterte und nur die der Küste vorgelagerte Insel Ruad wurde vorübergehend eingenommen und für einen kurzen Zeitraum gehalten. Sie hatte keinerlei strategische Bedeutung und war von der Versorgung über den Seeweg abhängig. Als dieser von den muslemischen Truppen blockiert wurde, mußten die Templer schließlich aufgeben.

Molay hatte es nicht geschafft dem Orden eine neue  Aufgabe oder gar ein eigenes Territorium zu geben, wie es die Hospitaliter (Malta) und die Deutschherren (Preußen) später getan haben. Auch waren diese Orden teilweise zu ihrer ursprünglich carritativen Betätigung zurückgekehrt und noch heute sind die Hospitaliter als Malteser Hilfsdienst oder als Johanniter bekannt. Der Templerorden war in einer Zeit der beginnenden Entwicklung nationaler Gefüge ein überflüssiges Relikt. Erst Jahrhunderte später sollte der Gedanke europaweiter Organisationen wieder modern werden. So war er zum Untergang verurteilt und am 13. Oktober 1307, einem Freitag, ließ der französische König Phillip IV, genannt der Schöne, alle Templer in Frankreich verhaften, einkerkern und anklagen. Jacque de Molay und der Präzeptor der Normandie Geoffrey de Charney starben am 18. März 1314 als rückfällige Ketzer auf dem Scheiterhaufen.

Die Seneschallen

Die Seneschallen stellten die nächste Stufe in der Hierarchie des Ordens dar. Ursprünglich sollten sie als Berater des Großmeisters fungieren bzw. ihn in seiner Abwesenheit vertreten,  hatten aber nicht wirklich Verfügungsgewalt. Teilweise fungierten diese Seneschallen auch als Meister einer Provinz mit ähnlich absolutistischer macht wie der großmeister des Ordens. Es gab einen Meister für England, der auch als Präzeptor für Schottland und Irland fungierte, einen Meister für Frankreich, dem auch teilweise die deutschen Komthureyen unterstanden, einen Meister für Spanien und Portugal.

 

Der Marschall

Der Marschall war die höchste Autorität im Krieg. Ihm oblag die Führung des Heeres. Er war der Bewahrer des Banners (Beauseant). In den wenigen Friedenszeiten war er über dies verantwortlich für die Ausrüstung und Ausbildung der Ritter. Ihm unterstanden auch die Turkopolier und die Untermarschalls.

Der Untermarschall

Der Untermarschall war ein Sergeant. Er war ein kampferprobter Dienender Bruder, der kein Professritter werden konnte, weil er nicht von Adel war oder weil er sich nur für begrenzte Zeit dem Orden angeschlossen hatte. Die Untermarschalle führten die Sergeanten an. Die Ausrüstung eines Untermarschalls glich der eines Ritters, was Anzahl der Pferde, Qualität der gegenstände etc. betraf.

Der Turkopolier

Der Turkopolier war der Anführer der Turkopolen, jener syrischen Söldner, die gegen Geld für das Heer der templer kämpften. Die Turkopolen brachten die türkischen Kampftechniken mit in den Orden, wie etwa die berittenen Bogenschützen. Der Turkopolier war  entweder einer von ihnen oder aber ein fränkischer Sergeant, der die Sprache beherrschte und sich auch mit den Sitten und Gebräuchen auskannte. Die Zusammenarbeit mit dieser schlagkräftigen Gruppe stellte für viele Europäer und später auch wärend der Inquisitionsprozesse gegen den Orden einen Beweis für die Arabisierung des Ordens dar und wurde als Verrat gesehen.

Die Tempelritter

Wenn man an die Tempelritter oder Templer denkt, kommt zuerst das Bild eines Ritters zu Pferde in weißem Gewand mit rotem Tatzenkreuz auf Brust und Rücken und der weiße Mantel mit den Tatzenkreuz auf der linken Schulter in den Sinn. Dergestalt zeigten sich aber nur jene Profeßritter, die ihr Leben ganz dem Orden verschrieben hatten, ihr weltliches Leben, Titel und Besitz abgelegt bzw. dem Orden übereignet hatten. Sie machten nur einen relativ geringen Anteil des Heeres aus und trotzdem waren und sind sie der Kern des Ordens der Armen Ritter Christi von Tempel des Salomon zu Jerusalem.

Jedem Ritter standen drei Pferde und ein Knappe zu. Zur Ausrüstung gehörte ein Kettenpanzer mit angesetzter Kettenhaube sowie Fäustlingen, Kettenbeinlinge mit angesetzten Füßen. Ihre vorrangigen Waffen waren das Schwert und die Lanze, später auch Streitkolben und Axt. Fernwaffen wie Bogen und Armbrust galten den Rittern als unehrenhaft.

Wer ein Tempelritter werden wollte mußte ein Noviziat ablegen, daß mindestens ein Jahr dauerte. In dieser Zeit lernte er die Regeln des Ordens (72 zu Beginn, fast 400 am Ende) und das Kämpfen. Er lernte Diszipin und absoluten Gehorsam, Enthaltsamkeit und Keuschheit. Außerdem mußte er aus adliger Abstammung sein, durfte keine Frau haben oder verlobt sein oder gar Kinder haben.

Erfüllte er alle Bedingungen, wurde vom Rat der Brüder für würdig befunden in ihren Reihen aufgenommen zu werden, erfolgte diese Aufnahme in einer geheimen Zeremonie durch den Meister oder einen anderen autorisierten Angehörigen des Ordens. Diese Initiationsrituale waren ebenfalls Punkt der Anklage gegen die Templer in den Prozessen nach 1307. Erst nach erfolgter Aufnahme erhielt er den weißen Mantel überreicht.

Die Sergeanten

Die Sergeanten oder auch Dienende Brüder genannt, machten den Großteil des Templerordens aus. Sie rekrutierten sich aus allen anderen Bevölkerungsschichten, denen auf Grund ihres Standes versagt blieb ein Professritter zu werden. Bauern, Handwerker, Bürger und leute aus dem niederen Adel, die sich in den Dienst des Ordens stellen wollten waren hier zu finden.

Man unterschied bei ihnen noch jene, die im Dienste des Ordens arbeiteten und so an der Schaffung des Vermögens beteiligt waren und jene, die wie die Ritter gewappnet in den Kampf zogen.

Die kämpfenden Sergeanten waren ähnlich wie die Ritter ausgerüstet und mußten mit ebensolchen Mut und Einsatz in die Schlacht ziehen wie diese. Ihre Ausrüstung war jedoch oftmals alt und bietete weniger Schutz.

Man nimmt an (genaue Zahlen gibt es nicht mehr), daß auf einen Ritter etwa 5 bis 10 Sergeanten kamen.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal war die Kleidung. Während die Ritter einen weißen Wappenrock und einen weißen Mantel trugen, mußte die Kleidung der Sergeanten braun oder schwarz sein.

Der Kaplan

Der Orden der Tempelritter hatte vom Papst Innozenz II. 1139 das Previleg zugesprochen bekommen, eigene Geistliche zu haben. Diese Kapläne sollten für das Seelenheit der Ritter sorgen und ihnen die Beichte abnehmen. Später wurde dieses Previleg auf alle auf Templerbesitz ansässigen Personen ausgedehnt, auch wenn sie nicht unmittelbar dem Orden angehörten. Ein Kaplan konnte von jedem Bischof geweiht werden. Danach unterstand dieser Kaplan jedoch nur noch dem Bischof von Rom. Ab 1145, mit der Bulle Militia dei war es den Templern auch gestattet eigene Kirchen und Friedhöfe zu haben. Diese Previlegien waren dem Klerus ein Dorn im Auge, sollen doch die Templerkapläne selbst Leuten, die unter Kirchenbann standen die Absolution erteilt haben und sie auf ihren Friedhöfen beerdigt haben. Die untergrub die Macht der Kirche in erheblichem Maße, verlor doch das Druckmittel der Exkommunikation seine Wirksamkeit.

Die Kapläne hatten sonst keine große Bedeutung im Orden. Sie hatten im Kapitel weder Sitz noch Stimme und durften auch nicht das weiße Habit der Templer tragen. Ihr Habit war schwarz bzw. braun mit rotem Kreuz.

Wer mehr über diesen inteessanten Orden des Mittelalters erfahren Möchte, kann meine TemplerHomepage hier besuchen.

 Mythen und Legenden um die Templer

Kaum eine andere Organisation des Mittelalters ist so von Mythen und Legenden umwoben, wie der Templerorden. Teilweise mag das daran liegen, daß der Orden aus demütig dienenden Rittern bestand, die zurückgezogen in ihren Burgen und Komthureyen lebten und nicht viel Aufhebens um sich machten. Dieser Fakt führte und führt heute noch zu wildesten Spekulationen, Verdächtigungen und Unterstellungen.Teilweise mag dieser Ruf von den Templern auch bewußt gefördert worden sein. Wir wissen es nicht.

Hier sollen einige der Legenden näher beleuchtet werden, ohne eine abschließende Erhellung der Tatsachen zu bringen. Viele Dinge liegen noch im Dunkeln und sollten dort auch bleiben, denn sie regen die Phantasie der Menschen an und so ist noch in ferner Zukunft Raum für neue Legenden gegeben.

Neun Ritter

Schon die Entstehung des Ordens klingt wie eine Legende: Neun Ritter, Männer aus ehrbarem Hause, von Adel und wohlhabend, finden sich zusammen, um einen Orden zu gründen, dessen Aufgabe es sein soll, die Pilgerwege im Heiligen Land zu bewachen und Pilger, egal welcher Konfession vor Überfällen von Wegelagerern und Straßenräubern zu beschützen.       Was bewegt neun Edelleute dazu ihre angestammten Previlegien freiwillig aufzugeben und statt ein schönes und sicheres Leben am Hofe zu führen, ein Leben in Armut, Demut und zum Wohle der Ärmsten zu führen?

Allein die Zahl Neun scheint hier schon ein Teil der Legende zu sein. Die Zahlt NEUN gilt in der Zahlenmysthik als das Symbol der Vollkommenheit. Und so gab sich der Orden zu Beginn seines Bestehens 72 Regeln. 72 ist ein Vielfaches von 9 und selbst, wenn Regeln hinzukamen wurde die Zahl zu Anfang nie überschritten. Stattdessen wurden andere Regeln entfernt oder mehrere Regeln zu einer neuen zusammengefaßt.

Es gibt daher die unterschiedlichsten Fassungen des Regelwerkes des Templerordens. Weiterhin heißt es, daß der Orden in seinen ersten NEUN Jahres seines Bestehens, also zwischen 1119 und 1128 (1120 - 1129 nach anderen Quellen) gar nicht in Erscheinung getreten ist. Es gab keine größeren Aktionen, die das Aufsehen der Öffentlichkeit erregt hätten und von Chronisten niedergeschrieben wurden. Trotzdem stellte der König von Jerusalem, Balduin I., dem Orden bereitwillig einen Teil seines eigenen Palastes als Unterkunft zur Verfügung. Dieser Teil des königlichen Palastes soll auf den Fundamenten des Tempels des legendären König Salomon gestanden haben und ist heute die Al Aksa-Moschee. Unter der Moschee gibt es ein ausgedehntes System von Gängen. Diese Gänge lassen sich vom Zeitpunkt ihrer Entstehung her auf verschiedene Epochen zurückdatieren. Einige der Gänge sollen aus der Zeit sein, als hier die Tempelherren ihr Hauptquartier hatten.

Haben die edelen Ritter, statt sich ihre offiziellen Bestimmung zu widmen, Gänge unter ihrem Hauptquartier gegraben? Wozu? Suchten sie etwas? Fanden sie etwas? Die Frage ob sie etwas suchten, beantworten viele Historiker eindeutig mit ja. Beim WAS sie suchten teilen sich die Meinungen. Und bei dem WAS sie tatsächlich FANDEN, gehen die Ansichten noch weiter auseinander.

So sollen die Templer nach Ansicht einiger das Grab der Maria Magdalena, der Gefährtin Jesu, gefunden haben. Andere glauben sie hätten den heiligen Gral entdeckt. Wieder andere sind der Meinung das wäre beides das Gleiche gewesen.

Schließlich sollen unermeßliche Schätze, die Bundeslade, der Stein der Weisen und  noch andere mystische Dinge gefunden worden sein.

Egal was von den Templern tatsächlich gefunden wurde, es muß etwas sehr machtvolles gewesen sein, denn kaum hatte man das entdeckt, wurde der Orden vom Papst der westlichen Kirche anerkannt und mit Privilegien überhäuft. Fürsten und Königshäuser spendeten dem Orden Ländereien und Geld. Neue Ritter baten zu Hauf auch in diesen Orden aufgenommen zu werden und innerhalb weniger Jahre hatte der Templerorden seinen Einfluß von Jerusalem auf die gesamte damals bekannte Welt ausgebreitet. Neue Orden gründeten sich nach dem Vorbild des Templerordens, erlangten aber nie dessen Ruf und Bedeutung.

Die Drei

Eine andere Zahl, die bei den Tempelrittern eine wichtige Rolle spielte war die Drei. Jeder Ritter hatte Anspruch auf drei Pferde. Er durfte laut der Regeln nicht zurückweichen bzw. mußte den Angriff wagen, selbst wenn die Übermacht des Gegners drei mal so groß war. Gegen einen Christenmenschen durfte er erst das Schwert ziehen nachdem er drei mal provoziert worden war. Und es gab bei den Templern eine Devise: Wo drei Templer versammelt sind, ist der Orden.

Der heilige Gral

Die Templer wurden und werden immer mit der Suche und der Bewahrung des Heiligen Grals in Verbindung gebracht. Nicht ganz unwesentlich geht das auf die Erzählungen des Ministerialen und Minnesängers Wolfram von Eschenbach zurück, der seine Version der Artussage niederschrieb. Sie hieß Parzival und berichtet über jenen Gralsritter, dem es als einzigem gelingt den Gral zu finden, der aber dann im entscheidenden Moment nicht die richtigen Fragen stellt: Was ist der Gral und wem Nützt er?. In dieser Erzählung kommen geheimnisvolle Ritter als Gralhüter vor, die Eschenbach Tempeleisen nannte und die sich sehr stark an den Templeridealen orientieren.

Bei Eschenbach war der Gral auch nicht unbedingt ein Gefäß, als das er oft angesehen wird, sondern ein Smaragd aus der Krone Luzifers, der herausfiel als Luzifer in die Hölle fuhr.

Nach den gängigsten Anschauungen ist der Gral jedoch ein Kelch, ein Becher, ein Kessel oder ein andersartiges Gefäß. So soll er jener Weinbecher sein, den Jesus verwendete, als er mit seinen Jüngern das berühmte letzte Abendmahl zelebrierte. Oder aber er soll das Gefäß sein, in dem Joseph von Aramitäa das Blut des gekreuzigten Jesus auffing.

Über die Form und Gestalt des Kelches gibt es wieder die unterschiedlichsten Auffassungen. War es ein prunkvoller Becher, der eines Königs würdig war oder war es ein schlichter Becher eines Zimmermanns? Dazu muß man wissen, daß Jesus von Hause David abstammte also königlichen Blutes war. Auch war er in Jerusalem auf einem Esel - genauer auf einer weißen Eselin - eingeritten. Genau so wurden in den Jahren vor der römischen Besetzung die Könige eingeführt. Fazit Jesus war ein König, der rechtmäßige zumindest, auch wenn der Römische Statthalter einen anderen Vasallen als König eingesetzt hatte.

Aber selbst ein Zimmermann war nicht das, was wir uns heute darunter vorstellen - ein einfacher, ärmlich lebender Handwerker. Ein Zimmermann war ein Mann der mit einem Material arbeitet, das sehr wertvoll, weil rar war. Holz stand damals in Israel genausowenig zur Verfügung wie heute. Zimmermann war also eher eine angesehene Profession, vergleichbar dem Goldschmied und es bedeutete Wohlstand einen solchen Beruf auszuüben. Also könnte es schon ein prachvoller Becher gewesen sein, den Jesus bei seinem letzten Abendmal verwendete.

Joseph von Aramitäa war ein wohlhabender Mann und treuer Anhänger Jesu, auch wenn er nicht offiziell zu seinen Jüngern zählte. Er stellte seine Grabstätte für den Leichnam Jesu zur verfügung. Wenn der Gral also jenes Gefäß sein soll, mit dem er das kostbare Blut Jesu auffing, dann kann man auch hier davon ausgehen, daß es ein wertvolles Gefäß gewesen ist, welches das königliche Blut (sang real) aufnahm.

Es gibt mehrere Orte, die für sich beanspruchen den wahren Gral zu besitzen. Der bekannteste ist wahrscheinlich Glastenburgh in England. Hierhinsoll Joseph von Aramitäa geflohen sein, nachdem Jesus gekreuzigt worden war und seine Anhänger sich in alle Winde zerstreuten, weil sie verfolgt wurden.

Eine andere Interpretation des heiligen Gral ist spätestens seit Dan Browns Roman The DaVinci Code (im Deutschen Sakrileg) wieder in aller Munde. Sang real, das königliche Blut als die Blutlinie Jesu, die er mit seiner Gefährtin / Ehefrau Maria vom Turm / Maria Magdalena / Mariamne begründet hat. Danach wären die Templer eine Art Bodyguard-Organisation für die lebenden Nachfahren Jesu gewesen als Bewahrer des königlichen Blutes.

Man interpretiert hier auch oft fälschlicherweise Maria Magdalena als den Kelch/ das Gefäß, welches das königliche Blut (die Kinder Jesu) aufnahm, aber das ist eher eine zutiefst frauenfeindliche Interpretation. Eine Frau als Gefäß, in das der Mann seinen Samen legt, der dann dort heranwächst und von der Frau nur ausgetragen wird, ist identisch mit der katholischen Geringschätzung den Frauen allgemein gegenüber.

Maria Magdalena war nicht jene reuige Sünderin, als die sie in der Bibelinterpretation immer dargestellt wird. Sie war selber von königlichem Blut, denn sie stammte aus dem Hause Benjamin - jenem Hause, daß noch vor dem Hause David ein Anrecht auf den Königsposten hatte. Die Verbindung Maria Magdalena und Jesus, hätte damit eine Zusammenführung der beiden ältesten Königsgeschlechter Israels bedeutet und eine mächtige Dynastie begründet.

Damit stellte Jesus eine eindeutige Bedrohung für die Römischen Besatzer und den von ihnen als König eingesetzten Vasallen dar und mußte notgedrungenermaßen beseitigt werden.

Die Kreuzigung Jesu war quasi ein politischer Mord. Ein politischer Mord, der über Jahrhunderte beinahe dazu geführt hätte, daß das Sang real in Vergessenheit gerät und die wahre Natur des Grals als die Legende eines Bechers weiterlebt, der magische und wundersame Kräfte haben soll.

 

Das Turiner Leichentuch

Das Turiner Leichentuch ist eine der umstrittensten Reliquien der Christen. Es gibt viele Befürworter, die der Überzeugung sind, daß es das Antlitz von Jesus von Nazareth widerspiegelt und noch mehr Gegner, die das Tuch für eine Fälschung halten. Niemand geringerer als Leonardo Da Vinci hat von sich behauptet dieses Tuch gefälscht zu haben und viele trauen ihm das zu. Denn immer noch nicht ist zweifelsfrei geklärt, wie das Abbild eines Menschen auf den Stoff kommt. Das einzige, was man mit Gewißheit sagen kann - es wurde nicht mit Farbe aufgemalt.

Doch Echtheit hin oder her. Das soll hier nicht Thema sein, denn es geht um Templer-Legenden.

Das Turiner Leichentuch soll im Verlauf des 4. Kreuzzuges (1202 - 1204) an dem die Templer nicht beteiligt waren durch einen klugen Schachzug in die Hände des Ordens gekommen sein. Bis dahin soll das Tuch in Konstantinopel als Reliquie aufbewahrt worden sein. In diesem Zusammenhang sagt man den Templern nach, daß sie anhand des Leichentuches in das Jesus nach seiner Kreuzigung gewickelt worden sein soll, erkannten, daß Jesus nicht tot war als man ihn in die Grabkammer legte. Auf dem Tuch sind eindeutig die butenden Wundmale der Kreuzigung zu erkennen. Da die Templer aber nicht nur rauhbeinige Krieger waren sondern auch in wissenschaftlichen und medizinischen Dingen bewandert waren, wußten sie, daß ein Toter nichtmehr blutet. Also lebte Jesus nach ihrer Auffassung noch und ist somit auch nicht auferstanden, sondern bestenfalls aus einem todesähnlichen Koma erwacht. Einige behaupten sogar, daß Jesus in der Lage war ähnlich einem Yogi seinen Kreislauf zu kontrollieren und er so seinen Tod vortäuschte. In der Bibel ist überliefert, daß Jesus selbst für die Römer auffallend schnell verstorben sei. Normalerweise lebten Gekreuzigte noch bis zu drei Tagen unter unsäglichen Qualen am Kreuz, bevor sie ihr Leben aushauchten.

Hatten die Templer dadurch vielleicht ein ganz anderes Verhältnis zu Jesus als es die katholische Kirche propagierte? Jesus als Mensch, nicht als Gottes Sohn? Von der Hand zu weisen ist diese These nicht. Die Templer hatten natürlicher Weise Kontakt zu der Muslimischen Bevölkerung in Outremer, denn immerhin teilten sie sich mit denen das Land und die weitaus größte Bevölkerungsgruppe dürften in und um Jerusalem die Muslime gewesen sein. Die Muslime verehrten Jesus ebenso, wie sie Mohamed verehrten, aber in ihren Augen war Jesus ein Prophet, ein Mann mit besonderen prophetischen Gaben aber eben ein Mensch und kein Gott. Also könnten die Templer durch den Besitz des Leichentuches diese Anschauung der Moslems bestätigt gesehen haben.

Eine andere Legende berichtet von einem Kopf, den die Templer angeblich verehrt haben sollen und den sie Baphomet nannten. Dieser Punkt war einer der Hauptanklagepunkte im Prozeß gegen die Templer. Wenn man aber davon ausgeht, daß das Turiner Leichentuch nicht zur vollen Größe entfaltet aufbewahrt wurde, sondern so zusammengefaltet war, wie es später der Kirche übergeben wurde, nämlich so, daß nur das Gesicht auf dem Tuch zu sehen war, kann man davon ausgehen, daß dieser angebetete Kopf das Antlitz des Heilands gewesen ist, was den Templerprozeß noch fragwürdiger macht, als er ohnehin schon ist.

Bis zu seiner Übergabe an die Kirche und seiner Ausstellung im Dom zu Turin, war das Tuch im Besitz einer französischen Adelsfamilie mit Namen Charny. Der Präzeptor der Normandie, der zusammen mit Jaques de Molay am 18. März 1314 auf dem Scheiterhaufen starb, hieß Geoffrey de Charney. Bedenkt man nun, daß es unterschiedliche Schreibweisen für ein und den selben Namen gab und gibt, könnte man schlußfolgern, daß sich das Tuch auch nach der Zerschlagung des Templerordens noch im Besitz der Familie Charny befand, aus welcher der letzte Präzeptor entstammte. Der Kreis schließt sich.

Die Assassinen

Die Assassinen waren ein muslimischer Orden oder Geheimbund. Man sagte ihnen nach, daß sie Haschischraucher waren, daher der Name, der sich von Haschaschijjin (Haschischraucher) ableitet. Sie sollen Spezialisten für verdeckte Operationen gewesen sein, etwa so wie die Ninja im mittelalterlichen Japan. Die Assassinen verbreiteten Angst und Schrecken, wo man ihren Namen aussprach und heute ist der Begriff Assassin ein Synonym für Mörder in vielen Sprachen geworden.

Was sollte ein so edler Orden wie die Templer mit gedungenen Mördern zu tun haben, die für Geld jeden töteten ohne nach dem Grund zu fragen?

Die Legende besagt, daß der junge Hugo de Payens mit den Assassinen in Berührung kam. Er soll ihre Verschwiegenheit, ihren Mut und ihre absolute Loyalität bewundert haben. Der Anführer der Assassinen, den man nur den Alten vom Berg (nach der uneinnehmbar scheinenden Bergfestung der Assassinen) nannte, soll einmal eine Vorführung des unbedingten Gehorsams in seiner Organisation veranstaltet haben, als er einen Gast (vielleicht Hugo de Payens?) durch seine Burg führte und wahllos einigen seiner Anhänger befahl von den Zinnen der Burg in den sicheren Tod zu springen und diese der Anweisung ohne zu zögern folgten.

Noch eine andere Parallele wird oft mit den Assassinen verknüpft. Die Mitglieder des Ordens trugen weiße Gewänder mit roten Schärpen als Gürtel und rote Turbane - die Farben rot und weiß, wie sie auch später beim Templerorden eingeführt wurden. Selbst die Ordensregeln sollen an die des Assassinenbundes angelehnt gewesen sein, bevor sie von Berhard de Clairvaux überarbeitet wurden.

Die Zusammenarbeit mit den Assassinen war ein weiterer Anklagepunkt der Inquisition gegen die Templer. Sie sollen gedungene Mörder angeheuert haben, um unliebsame Herrscher auszuschalten oder zum Einlenken ihrer Politik zu überreden. So besagt ein Bericht, daß es nicht immer gleich zum äußersten Mittel kam, dem politischen Mord, sondern, daß man seinen Forderungen Nachdruck verlieh, indem man dem betreffenden Fürsten seine Verwundbarkeit vorführte. So soll es mitunter gereicht haben, wenn der Herrscher morgens beim Erwachen neben seinem Kopf auf dem Kissen einen Assassinendolch vorfand und das obwohl sein Gemach von Wachposten umgeben war, die alle nichts verdächtiges bemerkt hatten.

Der Assassinenbund wurde 1256 von den Mongolen zerschlagen.

 

Der, die, das Baphomet

Daß der oder das Baphomet einer jener Anklagepunkte war, der im Prozeß gegen den Templerorden angeführt worden war, wurde oben schon angedeutet. Die Theorie, daß es sich dabei um das Bildnis des Jesus von Nazareth auf dem Leichentuch handeln könnte, ist aber nur eine von vielen.

Im Mittelalter entstanden viele Klöster, jedes von ihnen besaß seine eigene Heiligenreliquie - Knochen, Schädel, ja selbst Hautfetzen und Fingernägel galten als kraftvolle Objekte, die die Nähe des jeweiligen Heiligen spüren ließen.

So darf es nicht verwundern, daß Mönche, wie die Templer ebenfalls Reliquien besaßen.

Könnte diese oder eine ähnliche Schädelreliquie vielleicht das Idol oder der Baphomet gewesen sein, der in einem der Hauptanklagepunkte im Prozeß gegen die Templer erwähnt wird?

Nach Dan Brown und anderen Autoren wiederum ist Baphomet die Verschlüsselung eines anderen Wortes. Unter Zuhilfenahme einer alten. Atbasch genannten Verschlüsselungsmethode hätten die Templer danach ihr geheimes Wissen vor den Augen Uneingeweihter geschützt.

Die Methode das Atbasch ist eigentlich sehr simpel. Die erste Hälfte der Buchstaben des hebräischen Alphabeths werden gegen die 2. Hälfte ausgetauscht und umgekehrt.

Entschlüsselt man auf diese Art und Weise das Wort Bahpomet erhält man das Wort Sophia, was letztlich nichts anderes Bedeutet als "Weisheit".

Es wird vermutet, daß die Templer in den ersten 9 Jahren ihrer Existenz, in denen sie nicht in der Öffentlichkeit in Erscheinung traten, unter dem Palast des Königs Balduin II., der als der Tempel Salomons galt und dem Orden letztendlich ihren Namen gab, Grabungen durchgeführt haben.

Bei diesen Grabungen seien sie auf etwas gestoßen, was ihnen ungeheure Macht und Weisheit verschaffte - etwa den heiligen Gral. oder bis dahin unentdeckte Pergamente aus der Zeit Jesu.

Soweit die Legende.

Es könnte jedoch auch sein, daß die Templer etwas ganz anderes fanden, an einem ganz anderen Ort. Bekannt ist, daß die Templer geplant hatten eine Übersetzung der Bibel in die Französische Sprache vorzunehmen. Zwar konnte man davon ausgehen, daß alle Ordensritter dem Lateinischen mächtig waren. Dies galt jedoch nicht für die anderen dienenden Brüder. Um diesen ebenfalls die Evangelien in der Volkssprche verkünden zu können, wäre eine solche Übersetzung sinnvoll. Der Papst verbot Kraft seines Amtes ein derartiges Unterfangen.

Haben sich die Templer nicht an das Verbot gehalten? Sind sie bei ihrer Suche in den Bibliotheken Jerusalems und nicht bei irgend welchen Grabungen auf alte Schriften gestoßen. Es gibt so genannte apokryphe Schriften, die keinen Eingang in die Bibel fanden. Dazu gehört das Thomas-Evangelium und auch die Sophia Jesu Christi. Schriften die die Lehre des Heilands zusammenfassen und (so wird vermutet) von Maria Magdalena niedergeschrieben wurden. Da wäre wieder der Begriff "Sophia" oder eben Baphomet.

Für letztere These spricht die Marienverehrung der Templer. Dabei ist nicht nur die Maria und Mutter Jesu gemeint, sondern auch eben jene Maria Magdalena, die in der Bibel immer als arme Sünderin dargestellt wird.

Theologen und Bibelforscher hingegen sind sich heute darin einig, daß Maria Magdalena weit mehr war.

Im Evangelion des Johannis erfahren wir, daß es Maria Magdalena war, die das verlassene Grab Jesu vorfand und daß sich Jesus ihr allein zum ersten mal nach seiner Auferstehung zeigte und ihr gebot den anderen Jüngern davon zu berichten.

Wenn dem so war, dann war Maria Magdalena eine Apostola. Johannes nennt sie auch Apostel der Apostel. Apostel konnte nur jemand werden, der von Jesus persönlich dazu auserkohren wurde und dem er sich nach seiner Auferstehung gezeigt hatte. Beides scheint auf Maria Magdalena zuzutreffen.

War es letztendlich dieses Wissen, was den Templerorden in den Augen des Papstes und der Kirche so gefährlich machte, zu gefährlich, um sie ungehindert weiter machen zu lassen?

 Die sagenumwogene Templerflotte

Die Seehandelswege über das Mittelmeer waren Lebensadern für die Königreiche und Fürstentümer im Outremer. Der Handel über Land erfolgte über Kleinasien, ein langer, beschwerlicher und gefährlicher Weg, der schwer zu sichern war.

Der Orden der Tempelritter schuf sich für die Versorgung seiner Besitzungen im Heiligen Land eine eigene Flotte. Während die Komthureyen im Abendland Gewinne erwirtschafteten, verbrauchten die Niederlassungen im Outremer nur Resourcen. So war es nur logisch, daß der Orden eine eigene Flotte schuf, um von den Seehandelsmächten im Mittelmeer , den Venizianern und den Genuaesen unabhängig zu sein.

Die in der Flotte des Ordens verwendeten Schiffe waren die, zu jener Zeit gebräuchlichen. Schon bald war der Orden nicht nur von den Seemächten unabhängig, sondern stellte eine ernsthafte Konkurenz für diese dar. Sie transportierten nicht mehr nur Güter und Passagiere für den eigenen Bedarf, sondern immer mehr auch für andere.

Als im Oktober 1307 der Französische König Phillip IV. (genannt der Schöne) den Orden der Tempelritter verhaften ließ, um an deren unermeßliche Reichtümer zu gelangen, fand er weder den sagenumwogenen Schatz, noch die Flotte.

Wo waren beide hin? Konnten die Führer des Tempels noch vor ihrer Verhaftung den Schatz mit Hilfe der Flotte in Sicherheit bringen? Wenn ja, wohin?

Einige Legenden besagen, das der Schatz mit den Schiffen nach Schottland gebracht wurde. Hier wurden die Templer nicht verfolgt. Andere behaupten, die Templer hätten schon lange vor Christoph Kolumbus (dessen Schiffe unter dem roten Tatzenkreuz segelten) den Weg in die neue Welt gefunden und den Schatz dorthin gebracht. Wohin genau, da streiten sich wieder die Geister. Einige sagen nach Little Rock, das früher La Rochelle hieß, genau wie der Haupthafen der Templerflotte in Frankreich, andere behaupten, man müsse den Schatz auf einer einsamen Insel vor der Kanadischen Küste suchen.

Wieder andere behaupten, der Schatz habe Europa nie verlassen, Die Flotte sei nur mit denen ausgelaufen, die sich der Verhaftung hätten entziehen können, weil sie ihr Templerhabit abgelegt hätten und in einfachen Sachen, z.B. der Berufskleidung der Maurer nach Schottland übergesetzt haben.

Vielleicht sind die Templerschiffe ja mit allen Schätzen an Bord ausgelaufen und liegen nun am Grunde des Atlantischen Ozeans, weil ein Unwetter die sagenhafte Flotte zum Kentern gebracht hat???? So lange niemand diesen Schatz gefunden hat, wie Nicolas Cage in "Das Vermächtnis der Tempelritter", werden die Spekulationen weiter blühen und die Phantasie immer neue Legenden schaffen.